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    »Die Leiche schwebte nackt
    ein Stück über dem Dielenboden.
    Hunderte beinahe unsichtbarer Fäden
    fixierten sie in dieser Stellung.
    Detective Wolf brauchte einen
    Augenblick, um zu begreifen, was er da sah.
    Im Näherkommen fielen ihm
    die groben Stiche auf, die
    die nicht zueinander passenden
    Körperteile zusammenhielten.
    Eine Leiche. Und sechs Opfer.«
    Daniel Cole, Ragdoll

Ragdoll - Dein letzter Tag
Erscheinungstermin: 27.3.2017

Der umstrittene Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, ist nach seiner Suspendierung wieder im Dienst bei der Londoner Polizei. Wolf ist einer der besten Mordermittler weit und breit. Er dachte eigentlich, er hätte schon alles gesehen. Bis er zu einem grausigen Fund gerufen wird. Sechs Körperteile von sechs Opfern sind zusammengenäht zu einer Art Flickenpuppe, einer »Ragdoll«. Gleichzeitig erhält Wolfs Exfrau eine Liste, auf der sechs weitere Morde mit genauem Todeszeitpunkt angekündigt werden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, doch der Ragdoll-Mörder ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Und der letzte Name auf der Liste lautet: Detective William Oliver Layton-Fawkes ...

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Leseprobe

Daniel Cole
Kriminalroman
Aus dem Englischen übersetzt von Conny Lösch
ISBN 9783548289199
Auch als E-Book erhältlich.

PROLOG

Samantha Boyd duckte sich unter dem flatternden Absperrband durch und blickte zur Statue der Justitia oben auf der Kuppel von Old Bailey hinauf, dem berühmten Londoner Gerichtsgebäude. Inzwischen betrachtete Samantha das vermeintliche Symbol für Stärke und Unbestechlichkeit als das, was es wirklich war: das Abbild einer enttäuschten und verzweifelten Frau, die im Begriff war, sich vom Dach zu stürzen. Entsprechend fehlte hier die Augenbinde, die sie sonst überall auf der Welt trug; die Vorstellung von »blinder Gerechtigkeit« war naiv, besonders wenn Rassismus und Korruption innerhalb des Polizeiapparats dazukamen.

Aufgrund des Andrangs von Journalisten waren erneut die Straßen und U-Bahn-Stationen im gesamten Umkreis gesperrt worden. Die Medienvertreter hatten das belebte Viertel der Londoner Innenstadt in einen absurden Mittelschichtsslum verwandelt. Auf dem mit Abfall übersäten Plaster lagen leere Essensverpackungen mit den Logos von Marks & Spencer und Pret A Manger. Untermalt von der Musik surrender Elektrorasierer wurden teure Markenschlafsäcke zusammengerollt, doch einer der Männer dort konnte auch mit Hilfe seines nur notdürftig funktionsfähigen Reisebügeleisens nicht darüber hinwegtäuschen, dass er in seinem einzigen mitgebrachten Hemd und seiner einzigen Krawatte geschlafen hatte. Samantha fühlte sich befangen auf ihrem Weg durch die Menge. Sie war spät dran und auf dem sechsminütigen Fußmarsch von Chancery Lane bis hierher ins Schwitzen geraten, ihr platinblondes Haar spannte, weil sie es in dem vergeblichen Versuch, ihr Erscheinungsbild zu verändern, streng zurückgekämmt und hochgesteckt hatte. Bereits am ersten Tag hatte die Presse alle am Prozess Beteiligten ins Visier genommen, und an Tag sechsundvierzig war Samanthas Foto längst weltweit in jeder größeren Tageszeitung abgebildet gewesen. Als ein besonders hartnäckiger Reporter ihr bis nach Hause in Ken-sington gefolgt war und nicht wieder hatte gehen wollen, hatte sie sogar die Polizei rufen müssen. Um nicht erneut unerwünscht Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, hielt sie den Kopf jetzt gesenkt und ging zielstrebig weiter.

Zwei gewundene Menschenschlangen zogen sich über die Kreuzung an der Newgate Street: die erste vor den in nicht annähernd ausreichender Zahl vorhandenen mobilen Klohäuschen auf der einen Seite und die zweite vor dem Starbucks-Wagen auf der anderen. Schließlich gelang es Samantha doch, aus der Masse auszubrechen und sich den Polizisten zu nähern, die den ruhigeren Seiteneingang des Gerichtsgebäudes bewachten. Als sie aus Versehen ins Bild einer der Dutzenden laufenden Kameras geriet, wurde sie von einer kleinen Frau wütend auf Japanisch angefahren.»Der letzte Tag«, rief sich Samantha ins Bewusstsein und ließ den unverständlichen Schwall an Schimpfwörtern hinter sich; nur noch acht Stunden, dann würde wieder Normalität in ihr Leben einkehren.An der Tür prüfte ein ihr unbekannter Polizist ihren Ausweis, und anschließend unterzog sie sich dem ihr inzwischen vertrauten Prozedere: Sie ließ ihre persönlichen Gegenstände einschließen, und als der Metalldetektor wie üblich anschlug, erklärte sie, dass sie ihren Verlobungsring nicht mehr vom Finger bekam. Danach sorgte sie sich bei der Leibesvisitation wegen der Schweißflecken unter ihren Achseln und begab sich den schmucklosen Gang hinunter, um an dessen Ende mit den anderen elf Geschworenen eine Tasse lauwarmen Instant-Kaffee zu trinken.

Aufgrund des überwältigenden Presserummels und des Vorfalls bei Samantha zu Hause hatte man zum ersten Mal in der Geschichte die Geschworenen abgesondert untergebracht und öffentliche Empörung mit Hotelrechnungen hervorgerufen, die den Steuerzahler Zehntausende von Pfund kosteten. Nach beinahe zwei Monaten überwogen morgens nun die Beschwerden: wegen Rückenschmerzen aufgrund durchgelegener Hotelbetten, der Eintönigkeit der Abendkarte des dazugehörigen Restaurants und weil man Partner und Kinder vermisste sowie die letzte Staffel von Lost verpasst hatte.Als schließlich ein Gerichtsdiener die Geschworenen abholte, brach sich die angespannte Stille Bahn, über die das banale Geplauder ohnehin nur dürftig hinweggetäuscht hatte. Der Sprecher der Geschworenen, ein schon etwas älterer Mann namens Stanley – den die anderen scheinbar aus keinem anderen Grund gewählt hatten, als dass er Gandalf fast schon unheimlich ähnlich sah –, erhob sich langsam und führte sie hinaus. Court One, einer der wohl berühmtesten Gerichtssäle der Welt, war der Verhandlung allerschwerster Verbrechen vorbehalten; hier hatten sich bereits so makabre Berühmtheiten wie Dr. Crippen, Peter Sutcliffe und Dennis Nilsen für ihre ungeheuerlichen Taten verantworten müssen. Künstliches Licht strömte durch die große Milchglasscheibe oben, erhellte die dunkle Holzvertäfelung und die grünen Lederpolster.



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© 2017 by Daniel Cole
© der deutschsprachigen Ausgabe Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2017


Daniel Cole

Daniel Cole, Jahrgang 1983, hat zuletzt für die britische Seenotrettung, davor als Rettungssanitäter und Tierschützer gearbeitet. Sein Drang, Menschen zu retten, entspringt möglicherweise dem schlechten Gewissen wegen der großen Zahl der Figuren, die er beim Schreiben umbringt. Er lebt im sonnigen Bournemouth in Südengland und ist meist am Strand anzutreffen, obwohl er eigentlich an seinem nächsten Buch schreiben sollte. Sein Debüt »Ragdoll« erscheint in 34 Ländern, die Filmrechte sind verkauft.

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© Ellis_Parrinder


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Frage:
Wo findet die Polizei die erste Leiche des „Ragdoll“-Mörders?

Ihre Antwort auf die Gewinnspielfrage*

a.) in Camden
b.) in Kentish Town
c.) in Chelsea



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